Weltgebetstag 2012 in Reinbek am 2. März um 19:30

Immer am ersten Freitag im März findet weltweit in 170 Ländern ein ökumenischer Gottesdienst zum Weltgebetstag statt – in Deutschland bereits seit 1927. Das Programm für 2012 haben Frauen aus dem südostasiatischen Land Malaysia erstellt. Der Gottesdienst steht unter dem Motto “Steht auf für Gerechtigkeit”. Die Malaysierinnen möchten zeigen, warum wir gerade als Christinnen und Christen verpflichtet sind, gegen Ungerechtigkeit in unserer Gesellschaft einzutreten und für Gerechtigkeit aufzustehen.

In Reinbek wurde der Gottesdienst zum Weltgebetstag 2012 am 2. März in unserer Gemeinde gefeiert. Da es sich beim Weltgebetstag um eine ökumenische Bewegung handelt, wird die Veranstaltung in Reinbek immer von Frauen aus verschiedenen christlichen Gemeinden geplant und vorbereitet. Trotzdem sind natürlich auch Männer herzlich willkommen! Und nach dem Gottesdienst können jedes Jahr bei einem Imbiss im Gemeindehaus Spezialitäten aus dem jeweiligen Land (2012 Malaysia) probiert werden.


Das Bild „Justice“ der 2009 verstorbenen malayischen Künstlerin Hanna Cheriyan Varghese wurde von den Frauen aus Malaysia als Titelbild für ihren Weltgebetstagsgottesdienst wählt. Bildrechte bei Weltgebetstag der Frauen - Deutsches Komitee e.V.

 

 


Hintergrundinformationen zu Malaysia - herausgegeben vom Weltgebetstagskomittee

„Wie lässt sich ein Staat regieren, dessen zwei Landesteile – getrennt durch das Südchinesische Meer – über 500 Kilometer auseinander liegen? Ein Land, dessen rund 27 Mio. Einwohnerinnen und Einwohner unterschiedliche ethnische, kulturelle und religiöse Wurzeln haben. Mit Kontrolle, mit Reglementierungen, mit Religion? Die Regierung des südostasiatischen Landes Malaysia versucht mit allen Mitteln, Einheit und Stabilität zu erhalten. Der Islam ist in Malaysia Staatsreligion. Alle Malaiinnen und Malaien (rund 50%) sind von Geburt an muslimisch. Chinesisch-stämmige (23,7%) und indisch-stämmige Menschen (7%), indigene Völker (11%) und Menschen anderer Herkunft (7,8%) gehören größtenteils dem Buddhismus, Hinduismus, Christentum und anderen Religionen an. Für sie gilt nur theoretisch Religionsfreiheit. Immer wieder kommt es jedoch zu Benachteiligungen der religiösen Minderheiten und zu politisch-instrumentalisierten Konflikten. So versucht man zum Beispiel durchzusetzen, dass der Gottesname „Allah“ den Muslimen vorbehalten bleibt und Christen den Vater Jesu Christi nicht öffentlich, wie sie es gewohnt waren, „Allah“ nennen dürfen.

Malaysia, seit 1957 unabhängig, gilt als wirtschaftlich aufstrebend und ist als konstitutionelle Wahlmonarchie weltweit einzig. Seine Hauptstadt Kuala Lumpur liegt in Westmalaysia, wo ca. 80% der Bevölkerung leben. Im viel größeren Ostmalaysia, das auf Borneo liegt, leben besonders indigene Völker mit einem hohen Christenanteil.

Malaysia könnte zauberhaft sein: Mit vielen Stränden, fruchtbaren Ebenen an den Küsten, tropischem Dschungel, Hügeln und Bergen bis 4000 m versucht es mit Erfolg, Touristen anzuziehen. Ja, wenn es Korruption, Ungerechtigkeit und vor allem die Menschenrechtsverletzungen nicht gäbe! Aber man spricht unter dem Druck der Regierung am besten nicht darüber.

Auch für Christinnen und Christen (gut 9%) kann es gefährlich sein, Kritik zu üben. Die Weltgebetstagsfrauen haben in ihrer Liturgie einen Weg gefunden, Ungerechtigkeiten, die „zum Himmel schreien“, anzuprangern: Sie lassen die Bibel sprechen. Die harten Klagen des Propheten Habakuk schreien zu Gott. Da sind sie gut aufgehoben. Und die Geschichte von der hartnäckigen Witwe und dem korrupten Richter aus dem Lukasevangelium trifft genau den Lebenszusammenhang der Verfasserinnen und vieler Menschen weltweit.


Eindrücke aus Malaysia

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